Spielbericht Auswärtsspiel Sofia

31.10.2006: Champions-League-Gruppenphase, 4. Spieltag
Levski Sofia – Werder Bremen

Sieg gegen Sofia – Werder ist sicher im UEFA-Cup

Bereits vor zwei Wochen gab es das erste Duell zwischen den beiden Teams, welches die Bremer für sich entscheiden konnten. Doch dieses mal waren die Hanseaten zu Gast im Vasil-Levski-Stadion und die Bulgaren wollten ihre ersten 3 Punkte, um doch noch auf Platz drei in der Gruppe A zu hoffen. Doch die Bremer erwiesen sich als Spielverderber, immerhin brauchten sie diese Punkte selber um ins Achtelfinale einzuziehen. Die Erwartungen waren hoch, zumal die Tabellenführer der deutschen und der bulgarischen Liga gegeneinander antraten.
Nach einer eher ausgeglichenen Partie, in der von beiden Seiten unerwartet wenig getan wurde, konnten die Bremer mit 3 Punkten mehr auf ihrem Konto zurückreisen.

Werder-Trainer Thomas Schaaf konnte auf die gleiche Mannschaft wie bereits am Freitag gegen Mainz setzen. Sofia-Coach Stanimir Stoilov musste auf seine Nr.1 Georgi Petkov verzichten. Für ihn spielte der 18-jährige Nikolai Michailov.

Nach dem Anstoß durch Werder bemühten sich die Bulgaren sehr um den Ball und versuchten die Bremer unter Druck zu setzen. Die Bremer kamen eher schwer ins Spiel, so dass die erste Chance den Bulgaren gehörte. Doch nach einer Flanke von Yovov sprang Milanov am Ball vorbei (3.min). Erst danach kamen die Bremer langsam ins Spiel. In der 10. Minute gab es die erste gute Chance auf Seiten der Gäste. Klose passte auf den frei stehenden Frings, der flach in die Mitte spielte. Hunt war jedoch zu schnell und verpasste den Ball knapp.
Man merkte, dass es für die Bulgaren um Alles-oder-Nichts ging: Sie waren sehr engagiert und bemüht in Richtung Tim Wiese, doch die Bremer Abwehr stand und die Abseitsfalle funktionierte gut.
Wie bereits vor zwei Wochen wurde das Spiel von vielen Abspielfehlern beherrscht, wodurch auf beiden Seiten eher wenig Chancen zustande kamen. Erst in der 25. Minute gab es eine erneute Chancen für Sofia. Erst konnte Wiese einen Schuss mit den Fingerspitzen knapp neben das Tor lenken, dann hatte die Bremer Hintermannschaft Glück, dass bei der Ecke der frei stehende Tomasic den Ball über das Tor köpfte.
Nachfolgend lauerte Werder auf Konter. Diego sah Vranjes, spielte ab, doch dieser zog mit links aus ca. 12m ab und verfehlte das Gehäuse knapp. (28.min)
Die Bremer fanden langsam ins Spiel und merkten, dass sie mehr tun mussten, um sich die 3 Punkte zu holen. Doch das 0:1 verdankten sie ausgerechnet dem Ersatztorwart Michailov. Wagner konnte einen Konter durch Frings aufhalten, doch sein Rückpass konnte der junge, unerfahrene Torhüter nicht richtig annehmen und der Ball kullerte ins Tor. (33.min)
Nach diesem Eigentor waren die bis dahin gut spielenden Bulgaren geschockt. Werder nutzte dies aus und begannen einen Sturmlauf. Bereits zwei Minuten nach dem 0:1 folgte das nächste Tor. Nach einer Chance von Hunt klärte ein Bulgare zur Ecke. Diese wurde von Frings ausgeführt und kam beim viel zu frei stehenden Baumann an, der den Ball gnadenlos und unhaltbar in den oberen linken Winkel köpfte.
Die Bulgaren hatten nicht viel zu widersetzen und ließen die Hanseaten kommen. Weitere zwei Minuten später spielte Vranjes den Ball zu Frings und dieser zog von der rechten Strafraumecke ab. Der Flachschuss wäre haltbar gewesen, doch der 18-jährige Ersatzmann bekam den Ball nicht und es stand bereits 0:3. (37.min).
Die Bulgaren waren verunsichert und liefen den Bremern nur noch hinterher. Vor dem Halbzeitpfiff gab es noch einmal zwei gute Chancen für Werder. Doch sowohl Hunt als auch Klose blieben ohne Erfolg. Erst brachte ein Aufsetzer von Hunt aus 25m Michailov unter Bedrängnis, dann konnte Klose die darauffolgende Ecke nur ans Außennetz köpfen. Also blieb es bei einer nicht unverdienten, aber vielleicht 1 bis 2 Tore zu hohen Führung für Werder Bremen.

Nach 15 Minuten kamen die Bremer unverändert aus der Kabine. Sofia hatte inzwischen Michailov erlöst, der von den bulgarischen Fans mehrfach ausgepfiffen worden war. Statt dessen stand nun der 19-jährige Mitrev im Tor.
Nach einer sehr guten Chance von Diego, der die gesamte Abwehr von Levski durchlief, aber am Pfosten scheiterte (47.min), dachte man, die Bremer würden weitermachen, wie sie in der 1.Halbzeit aufgehört hatten. Doch das Spiel wurde langsamer und es gab kaum noch gute Chancen. Die Bremer verloren in der Vorwärtsbewegung oft den Ball und die Bulgaren kamen nicht an der Bremer Abwehr und Tim Wiese vorbei. Doch Sofia gab nicht auf. Nach einer Flanke hatte Bardon eine Riesenchance, doch Wiese rettete in Weltklasse-Manier.
Nach vorne ging bei den Bremern inzwischen nicht mehr viel: Man versuchte die 0:3-Führung zu halten und tat nur das Nötigste. Die letzte Möglichkeit des Spiels kam vom eingewechselten Ivan Klasnic. Sein Schuss wurde abgefälscht, kam dadurch auf Mitrev, aber der Torwart konnte erst im Nachfassen vor Klose klären.
Das Spiel wurde nach nur wenigen Minuten Nachspielzeit angepfiffen und die Bremer konnten einen weiter Sieg verzeichnen.

Im anderen Spiel der Gruppe A trennten sich Chelsea und Barcelona 2:2 unentschieden. Dank Didier Drogba konnten die Londoner in einer zerfahrenen Partie in der Nachspielzeit ausgleichen. Dieses Unentschieden war sehr wichtig für Werder (7 Punkte), das sich nun hinter Chelsea (10) auf Rang zwei befindet – vor Barca (5) und Sofia (0). Durch die heutigen 3 Punkte haben die Hanseaten die UEFA-Cup Teilnahme sicher und können nun im Heimspiel gegen die Londoner (22.11.) einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gehen. Leider muss Werder auf den gesperrten Frank Baumann verzichten, der gestern kurz vor seiner Auswechslung seine dritte gelbe Karte bekam und nun ein Spiel pausieren muss. Chelsea wird allerdings ebenso auf den Kapitän Frank Lampard verzichten müssen, der ebenfalls gelbgespert ist.


Levski Sofia – Werder Bremen 0:3

Levski Sofia: Michailov (46. Mitrev) – Milanov, Topuzakov, Tomasic (57. E.Angelov), Lucio Vagner – S. Angelov, Borimirov, Eromoigbe – Bardon, Telkijski (69. Dimitrov), Yovov

Werder Bremen: Wiese – Fritz, Mertesacker, Naldo, Womé (85. Pasanen) – Baumann (78. Andreasen) – Vranjes, Frings – Diego – Klose, Hunt (74. Klasnic); auf der Bank: Reinke, Almeida, Polenz

Tore: 0:1 (33.) Michailov (Eigentor), 0:2 (35.) Baumann, 0:3 Frings (37.)

Schiedsrichter: Trefoloni (Italien)

Vasil-Levski-Stadion: 37.000 Zuschauer

Gelbe Karten: Lucio Wagner – Wome, Vranjes, Baumann


Quelle (Statistik): www.werder.de

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