Klose ist unverkäuflich

Bremen: Manchester und Milan suchen Stürmer – Kontakte zu Rodrigo Palacio

Allofs beugt vor: "Miroslav Klose ist unverkäuflich"

Gemeinsam düsten die beiden Bremer Geschäftsführer nach der Klose-Gala von Berlin zurück in die Heimatstadt. Klaus Allofs, der Sportdirektor, und Manfred Müller, der Marketing-Manager, waren bei diesem Unternehmen so fix wie ihr Ausnahmestürmer zuvor auf dem Rasen des Olympiastadions. Noch vor dem Anpfiff des England-Spiels hatten sie die Weser erreicht.

Auf der Suche: Bremens Manager Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf haben diverse Spieler im Visier.

Bremens Manager Klaus Allofs und Coach Thomas Schaaf haben diverse Spieler im Visier.
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Auf der Autobahn hatte das Werder-Duo über die potenziellen Themen der nächsten Tage gesprochen. "Wir hatten das Papier aus dem Faxgerät genommen", teilte Müller eines der Resultate der Beratungen mit, die sich nach Klinsmanns hübschem Versprecher von Kloses "bestechlicher Form" quasi aufdrängten. Was damit gemeint war, verdeutlichte Allofs sogleich: "Miroslav Klose ist unverkäuflich. Den geben wir nicht ab."

Nun, dies hatte Allofs vor Wochen auch bei Nelson Valdez oder bei Johan Micoud gesagt – aus strategischen Gründen wohl sagen müssen. Was im Fall Klose noch alles passieren könnte, ist leicht auszumalen. Die "Wahrscheinlichkeit, dass nun für Miro Angebote kommen", möchte Alexander Schütt, Kloses Berater, nicht ausschließen. Noch sei nichts konkret, erklärte Schütt gegenüber dem kicker.

Kein Trikotwechsel: Werder-Manager Allofs (rechts) und Miroslav Klose, der mit vier Toren Begehrlichkeiten weckt.

Kein Trikotwechsel: Miroslav Klose soll in Bremen bleiben.
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Sein Klient hatte sich widersprüchlich erklärt. Einerseits hatte Klose betont, dass er sich bei Werder wohl fühle und seinen Vertrag bis 2008 zu erfüllen gedenke. Andererseits, so der Nationalstürmer weiter, sei es sein Traum, ins Ausland zu wechseln. Einen Wechsel in der Bundesliga hatte der 28-Jährige, nun im besten Alter für ein Auslandsabenteuer, ausgeschlossen, einen Transfer nach einer geglückten WM zu einem europäischen Spitzenklub indes nicht.

Es ist bekannt, dass Manchester United nach der Affäre um Ruud van Nistelrooy noch einen Stürmer sucht. Ebenso der AC Milan, den Andriy Shevchenko in Richtung Chelsea verlassen hat. Klose wäre in beiden Fällen ein geeigneter Kandidat.

Werder will ihn nicht abgeben. Das Allofs-Bekenntnis klingt glaubhaft. Doch die Bremer, erfahren und versiert im Transfergeschäft, scheinen vorzubeugen. Wie der kicker aus Südamerika erfuhr, gilt Rodrigo Palacio (24), Stürmer von Boca Juniors im argentinischen WM-Kader, als eine mögliche Ersatzlösung. Allofs dementiert zwar diesen Plan, gibt aber Kontakte zu dem schnellen Flügelstürmer zu, der in der Liga in 32 Spielen 17 Treffer markiert und am 26.März beim 2:1 gegen Bolivien sein erstes von drei Länderspielen bestritten hat. "Ich war drüben und habe ihn mir angeschaut", sagt der Werder-Manager, der einen Kauf jedoch als nicht darstellbar ansieht: "Die Argentinier haben verrückte Vorstellungen." Der Preis für Palacio, nach Crespo, Saviola, Cruz, Teves und Messi die Nummer sechs im Sturmaufgebot von José Pekerman, soll über zwölf Millionen Euro betragen.

Im Blickfeld: Argentiniens Nationalspieler Rodrigo Palacio steht bei den Bremern auf der Liste.

Im Blickfeld: Argentiniens Rodrigo Palacio steht bei den Bremern auf der Liste.
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"Wir sind nicht in Not", sagt Allofs zu der Stürmersuche. Nicht unter Druck, aber wählerisch. Der Lauterer Boubacar Sanogo soll durchgefallen sein, wie auch einige WM-Aspiranten. Ghanas Asamoah (20) Gyan kommt ebenso wenig in Frage wie Ecuadors Carlos Tenorio (27). Auch die im Internet als mögliche Werder-Neuzugänge gehandelten Brasilianer Nilmar (21, Corinthians Sao Paulo) und Sobis (21, Porto Alegre) scheinen auszuscheiden. Allofs zu diesen Spielern: "Kein Thema für uns. "

Hans-Günter Klemm
Quelle: www.kicker.de

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